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Die Verdauung

Als Verdauung bezeichnet man die Umwandlung von hochmolekularen Nährstoffen, wie Eiweiß, Fett oder Kohlenhydrate, in niedermolekulare Verbindungen. Diese benötigt der Organismus um daraus Energie zu gewinnen oder neue Körpersubstanz zu produzieren.

Beim Menschen beginnt die Verdauung bereits im Mund. Dabei wird die Nahrung zuerst durch das kauen zerkleinert und mit dem Speichel versetzt. Der Speichel wird von drei Speicheldrüsen produziert. Unter anderem ist das Enzym Ptyalin (Speichelamylase) Bestandteil unseres wässrigen Speichels. Dieses Enzym spaltet die in der Nahrung enthaltene Stärke in verschiedene Zucker (zum Beispiel Maltose). Dadurch schmecken stärkehaltige Nahrungsmittel wie Kartoffeln nach längerem Kauen leicht süß. Auch die in tierischen Lebensmitteln enthaltene Stärke wird in Zucker umgewandelt. Der Beginn der Verdauung ist eingeleitet. Ist der Nahrungsbrei gut zerkleinert und ausreichend mit Speichel vermischt, wird er über die Speiseröhre in den Magen transportiert.

Der Magen dient dem Körper als Speicher für den Nahrungsbrei. In der Magenschleimhaut sind unterschiedliche Drüsen. Die Belegzellen (= Drüsen) produzieren Salzsäure. Es dauert zwischen 30 Minuten und 1 Stunde bis der gesamte Mageninhalt mit Salzsäure versetzt ist. Dabei hat die Säure die Aufgabe, Krankheitserreger und denaturierte Proteine zu zerstören. Die Speichelamylase wird durch die Säure unwirksam. Daneben schafft die Säure ein für die Wirkung vom Enzym Pepsin optimales Milieu (pH 1,5 – 2,0). Dieses Pepsin hydrolisiert Peptidbildungen und sorgt damit für den Beginn der Eiweißverdauung.

Die in der Magenschleimhaut befindlichen Nebenzellen (=Schleimdrüsen) sondern ständig einen zähen Schleim ab. Dieser Magenschleim, der die Salzsäure bindet, verhindert eine „Selbstverdauung“. Die fettspaltende Magenlipase, die im Magen in geringen Mengen gebildet wird, trägt sehr wenig zur Fettverdauung bei. Die Magenmuskulatur sorgt durch ständige Bewegung (Peristaltik) dafür, das der Nahrungsbrei dort permanent vermischt wird. Außerdem wird in der Magenschleimhaut der sogenannte Inrinsic-Faktor gebildet. Dieser ist notwendig, damit das blutbildende Vitamin B12 vom Darm aufgenommen werden kann.
Nachdem die Nahrungsmittel unterschiedlich lange im Magen verweilen (zum Beispiel Reis verweilt 1-2 Stunden; Ölsardinen bis zu 9 Stunden) gelangt der Brei schließlich in den Dünndarm.

Durch die Peristaltik im Darm wird der Nahrungsbrei immer wieder mit den Verdauungssäften vermischt. Der Dünndarm ist der wichtigste Ort zur Darmverdauung. Hier werden die meisten Nährstoffe resorbiert. Sind dem Nahrungsbrei alle Nährstoffe entzogen, verlässt er den Körper.

Erfahren Sie hier Informationen über Ursachen für Verdauungsprobleme.